Dass die Wismarer Polizei ernste Probleme zu haben scheint, ist spätestens seit dem peinlichen Vorfall vom 11. August 2006 bekannt ( [link] siehe Spiegel-Online).
Ich selbst habe dieses hilflose Herumgefuchtel der bewaffneten Polizisten im Angesicht der Nazis als unglückliche Ausnahme gesehen.
Bis auch ich mit den grün-weißen Wismaranern in Kontakt kam
Dabei war ich anfangs noch das Opfer.
Ein eBay-Powerseller mit Millionenumsätzen hatte vergessen, seine Steuern zu zahlen und ist einfach mal mit meinem Geld ( und ca. 400000 anderer Käufer) nach Kroatien geflüchtet.
Blöd gelaufen! Besonders, da sich so sicherere Plattformen wie eBay in brenzligen Situationen immer wieder gerne darauf beziehen, nur die Vermittler zu sein.
Der Vertrag komme schließlich zwischen Verkäufer und Ersteigerer zustande.
Da das eBay-Miglied, von dem ich kaufte, sowohl von eBay als auch von PayPal (eBay-Tochtergesellschaft) als vertrauenswürdig eingestuft wurde, fühlte ich mich relativ sicher beim Kauf.
Und das, obwohl danilomu (so sein damaliger Benutzername) von Anfang an gegen diverse eBay-Grundsätze verstieß. Aber bei Händlern, die monatlich 20000 Euro in die eBay-Kassen spülen, drückt man gerne mal ein Auge zu.
Schließlich ist eBay ein börsennotiertes Unternehmen, das nicht nach Kundenzufriedenheit, sondern nach Gewinnmaximierung strebt (ich könnte mich jetzt ewig beschweren, wie unmenschlich und kapitalistisch diese Welt ist, aber eigentlich gehts hier ja um die Polizei und gegen den Kaufwahn habe ich ja letztes Jahr schon etwas geschrieben
Aber zurück zum Thema:
Ich wollte diesen Betrugsfall bei der Polizeistelle Wismar melden. Offenbar war ich damit das perfekte Übungsobjekt für einen unerfahrenen Neuling (der laut Visitenkarte Polizeiobermeister sein soll; aber bei dem Design der Karte hat er sie sicher aus dem Kaugummiautomaten gezogen; ist doch tatsächlich ein grün angelaufener, besoffener Polizist aufgedruckt
Die Anzeige ging relativ schnell. Allerdings nur, weil er einen etwas starken Wichtig/Unwichtig-Filter eingeschaltet hatte. Informationen wie die zuständige Polizeidienststelle und Sachbearbeiterin gingen glatt an ihm vorbei. Dass wichtige Dokumente wie ein Zahlungsnachweis nicht vorlagen, fiel ihm ebenfalls nicht auf. Ist natürlich egal, ob ich gezahlt habe, wenn ich jemanden anklage, mein Geld veruntreut zu haben. Schon klar
Einige Tage später erhielt ich einen Anruf der Kriminalpolizei, die aus dem Lückentext ihres Kollegen nicht so recht schlau wurden und weitere Informationen (besagten Zahlungsbeleg, eMailverkehr) anforderten.
Die entsprechenden Ausdrucke brachte ich am 11.12. abends zur Polizei. Dabei traf ich am Eingang auf 7 junge Polizist/Innen, mit denen ich kurz ins Gespräch kam.
Mein wichtigstes Anliegen, ob man mit einer Kopflampe statt einer am Rad montierten Lampe im Straßenverkehr fahren dürfte, meinten sie einstimmig, dass dies kein Problem sei. Also fuhr ich mit meiner Kopflampe gerüstet zurück nach Hause.
Ziemlich genau 27 Stunden später traf ich auf das absolute Cliché eines deutschen Polizisten:
knapp 50 Jahre, Schnauzer und ein Bierbauch, der das Hemd der ohnehin schlecht sitzenden Uniform zum hautengen Bodysuit machte. Nicht gerade vorteilhaft.
Und was macht man, wenn man 8 Stunden lang in seinem Benz rumkurvt und gegen Ende der Schicht nichts zu tun hat?
Man macht die Straßen sicherer.
Und wie macht man das?
Man hält Radfahrer an, die sich doch tatsächlich erdreisten, mit nur einem Rücklicht und Kopflampe statt Vorderlicht zu fahren. Auf einem menschenleeren, ca. 6m breiten Radweg. Mitten in der Nacht.
Und, jetzt kommt der Hammer, kurzzeitig sogar freihändig (!!!).
Etwas Schlimmeres kann man sich in einer Stadt mit 45182 Einwohnern nicht vorstellen.
OK, vielleicht ein paar Nazis, die mal wieder Leute verprügeln, die ihnen nicht passen.
Aber sowas könnte ja für einen Polizisten anstrengend werden. Ganz zu schweigen von der möglichen Schmach, falls man beim Versuch des Eingreifens gefilmt wird und später bei YouTube landet ([link]).
Also doch lieber das kleinere Übel: Straßen sicherer machen. Kann man wenigstens vom Auto aus und muss sich nicht doll bewegen.
Natürlich hatte ich die Ehre, auserkoren zu werden. Schließlich konnte man mich viel besser orten als die anderen Radfahrer, die ohne Licht umherkurvten. Denn ich hatte ja ein hell blinkendes Rücklicht in 1,5m Höhe .
Es folgte das übliche Spiel: Polizeiwagen fährt hinter mir auf den Bürgersteig, ich fahre weiter, Polizeiwagen gibt Gas (jaaa, der Kick am Abend, ein Flüchtiger auf einem Rad), an mir vorbei und *boom* über die Bordsteinkante auf den Bürgersteig.
Grade nochmal geschafft und den Schwerverbrecher gestellt.
Totalschaden für schicke Mercedes-Benz-Alufelge und Reifen (schöne Delle im Felgenbett, einige Hunderter wert), aber das zahlt ja der Steuerzahler *puh*.
Also ab ins Kreuzverhör mit mir.
Bereits der erste Wortwechsel ist ein Traum:
Ich: Entschuldigen Sie bitte, warum halten Sie mich an?
Polizist: So eine dumme Frage hat mir grade noch gefehlt! (das zum Thema Auskunftspflicht und Freund & Helfer).
Es folgten 10 Minuten sinnfreie Diskussion nach dem Motto Du provozierst mich, ich setz deine Strafe hoch, denn ich habe die Macht gegen logische Argumente.
Polizist: Mit der Kopflampe werden Sie nicht gesehen
- er hat mich gesehen
- ich hatte Vorderlicht und Rücklicht (an Kopflampe) sowie Reflektoren
- meine Kopflampe hat einen größeren Abstrahlwinkel als normale Radlampen
- ich kann vorausschauend fahren (was man von ihm und seiner Bordsteinaktion nicht sagen konnte)
- außer mir waren nur ein paar unbeleuchtete Radfahrer unterwegs, und denen konnte ich dank meines Lichtes und vorausschauender Fahrweise ausweichen
Polizist: Mit Kopflampe sehen Sie keine Hindernisse!
- Vorderlicht laut STVZO: min. 10 Lumen auf 3-5 Meter Entfernung eingestellt, Lichtkegel ca. 2 m breit
- meine Lampe: 75 Lumen, variable Leuchtweite in Blickrichtung, bei 5m Entfernung 3m breiter Lichtkegel
Wer sieht mehr, ein Radfahrer mit Dynamo-Licht und kleinem hellen Lichtfleck vor dem Rad oder ich mit Kurvenlicht?
Polizist: Licht muss fest am Fahrrad montiert sein.
- 7 Polizisten haben mir einen Tag vorher versichert, dass die Kopflampe völlig ausreichend sei (wer kann sowas schon behaupten, aber seiner Aussage nach waren die alle nicht aus Wismar, sondern nur zum Austausch da, was ihre Langeweile und Kollektivraucherpause erklären würde
Mit jedem meiner Argumente, die seinen Unsinn wiederlegten, fühlte er sich mehr provoziert und wollte die Strafe schon von 20 auf 50 Euro hochsetzen.
Den Kommentar, dass ein Vergehen dieser Art in Rostock nur 5 Euro kostet, konnte ich mir nicht verkneifen.
Ich konnte sehen, wie seine Beifahrerin mir verständnisvolle Blicke zuwarf. Allerdings sagte sie in der gesamten Zeit nichts, schließlich war er der Big Boss.
Irgendwann hatte ich von dem Heck Meck genug und baute mir ein festes Rücklicht ans Rad. Das passende Vorderlicht hatte ich zu Hause gelassen, da die Kopflampe ja ausreichend war.
Das klang selbst für den Herrn Wachmeister relativ plausibel und langsam war er sogar bereit, mir meinen Führerschein zurück zu geben.
Nach vielen besänftigenden Worten voll der Reue schaffte ich es, das Bußgeld von 20 auf 10, dann auf 5 Euro zu drücken, um letztendlich komplett ohne Geldstrafe davon zu kommen.
Übrig bleibt nur eine Verwarnung (soll heißen: sollte ich wieder ohne festes Licht ertappt werden, auch tagsüber, muss ich 50 Euro zahlen) und zwei Gewissheiten:
1. Vertraue nie der Aussage eines (oder 7) Polizisten, solange du es nicht schriftlich und mit Paragraphen belegt bekommst
2. Baue dir eine Lampe an den Lenker. Laut Wachmeister ist dabei die Lichtleistung und Zulassung egal (wobei wiederum Gewissheit Nr. 1 in Kraft treten kann).
Für mich steht jedenfalls fest: Ab jetzt werde ich nachts meine Hardcore-Lenkerlampe nutzen.
900 Lumen Lichtleistung (im Vergleich zu geforderten 10 Lumen) sollten reichen, um der Polizei beim nächsten Mal den Felgenschaden und das Herzrasen am Abend zu ersparen.
Es sei denn, sie entdecken auf Streife irgendwo einen Radfahrer ohne Klingel Aber dafür sollten sie vielleicht doch die Anti-Terror-Einheit rufen







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hello . my name is clara! ll myspace ll twitter.
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"This is your life and it's ending one minute at a time."
"Snooch To Tha Nooch!"
By the way, nice MP3-Player!
yeah the mp3 player is really cool... does the same as an iPod (ok, iPod is cooler... but anyway) and is less expensive
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grüße aus HH
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♥
Und danke, ich tu mein bestes, aber gibt ja immer noch massig Luft nach oben. Sonst wäre es ja langweilig
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...h`ic degismedi, hep s`onsuz...
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